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Gesellschaftliche Krise

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!“  (Friedrich Hölderlin)

 

Der äußere Wandel in der Welt ist unumgänglich mit dem inneren Wandel verbunden. Wir können im Außen nichts verändern, wenn wir in uns nicht erkannt haben, was das alles in uns verursacht bzw. was wir selbst verursachen.

 

In unserer größtenteils narzisstischen Gesellschaft braucht es anscheinend leider die momentane im Innen wie im Außen erlebbare und sich noch weiter zuspitzende Krise. Viele Menschen ziehen sich noch mehr zurück, werden durch Unmenschlichkeit, Unordnung, Lügen und Unzuverlässigkeit weiter in Enge, Angst, Hilf- und Ausweglosigkeit getrieben. In dieser Krise erleben viele einen Anstieg unmenschlichen Umgangs miteinander, Gewalt und gesundheitliche Probleme.

 

Das wird unweigerlich zu einem gesellschaftlichen Zusammen- und Umbruch führen. Zu viele Menschen können oder wollen nicht verstehen, dass wir selbst, jeder einzelne, verantwortlich sind für das, was sich gerade um uns herum zuspitzt („Innen wie Außen“). Unsere die letzten Jahrzehnte aufgebauten und behüteten Macht-, Profit- und Wohlstands-Systeme sind überholt und längst zusammengebrochen. Sie werden künstlich am Leben erhalten und weiter gemolken. Es bedarf einer Erneuerung, die aber von innen heraus, empathisch, innerseelischen Ursprungs entstehen muss und wird.

 

Die für einige spürbar schmerzhafte Selbst-Regulierung des Lebens - oft gespiegelt über den eigenen Gesundheitszustand -, ist schwer abzuschätzen und scheint nicht umkehrbar. Körperliche Probleme entstehen, wenn die Seele nicht gehört wird und eigene Bedürfnisse auf Dauer ignoriert werden. Als (tiefgreifende) Heilung verstehen wir den Bewusstwerdungsprozess der eigenen Vollkommenheit. Das ist vor allem ein Prozess, der dauern kann und in dem wir wieder trainieren zu fühlen, um dann danach zu handeln. Also: „Tu was du fühlst!“ Aber in unserer Gesellschaft heißt es momentan eher: „Tu was du willst!“ Individualismus – zumeist eher aus dem Verstandesdenken heraus kommend und nicht aus dem Herzen heraus. Und das ist der entscheidende Unterschied. Was von Herzen, aus einem Gefühl heraus kommt ist Liebe, bedingungslos und kann folglich niemanden bewusst verletzen. Dabei gibt es kein Richtig und Falsch. Der gedankliche Wille jedoch, der aus dem Verstandesdenken heraus erfolgt, ist seit früher Kindheit geprägt, wägt ab, fordert, will gewinnen, will anerkannt und gesehen werden. Oft um jeden Preis.

 

In dieser Zeit der Veränderung wird kein Mensch, keine Familie, keine Firma, kein von Menschen erschaffenes System und kein Land in den alten Denkweisen der Unliebe, des Profitdenkens um jeden Preis, in den alten Verhaltensmustern des verurteilenden Denkens und Verhaltens bestehen bleiben können. Das Leben fragt jetzt jeden von uns: „Wofür bist du da? Wofür stehst du? Was unterstützt du und was nicht? Was bewirkst du auf dieser Erde?“

 

Unsere Welt ist EINE Welt, noch getrennt durch viele Barrieren in den Köpfen. Die dicksten Mauern, die wir errichtet haben, sind die um unser eigenes Herz herum. Und der Zement, der diese Mauern zusammenhält, heißt Angst.

 

Mit am wichtigsten ist die Aufgabe, welche Art der Erziehung wir für die zukünftigen Generationen wählen? Der französische Fußballverband zeigt da fast unbeobachtet Beispiele auf. Er ist der erste Sportverband weltweit, der „Bewusstheit“ und „Selbsterkenntnis“ als zentrale Komponenten in sein Ausbildungsprogramm für jugendliche Spieler aufgenommen hat. In anderen Ländern z. B. gehören „Meditation“ und „Wertschätzung“ nicht nur in Konfliktfällen zu den Schulfächern.

 

Alles hat einen Sinn, alles IST gut, in uns - Jetzt!