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Sommerliche Inspirationen zu Schulanfang und Kindern

 

Für die hessischen Kinder hat nach den großen Ferien wieder die Schulzeit begonnen. Manche beginnen einen neuen Lebensabschnitt, in dem sie in die erste Klasse kommen, manche wechseln die Schule oder beginnen vielleicht eine Lehre, fangen an zu studieren. Für alle bedeutet dies aber eine große Veränderung. Freunde kommen und gehen, neue Mitschüler, Lehrer, anderer Schulweg, Aufregung, Ängste, Freude und Abenteuer. Euch allen und den Eltern einen guten Start und bleibt Euch treu!

 

Wir Erwachsene können dem oft nur staunend beiwohnen, wie gut doch unsere Kleinen die Situationen meistern, wenn wir sie nicht allzu sehr bedrängen und kontrollieren wollen. Eine reichende Hand, ein offenes Herz und Ohr für ihre Themen sind mehr Wert, als wochenlang morgens mit ihnen bis in den Schulsaal zu fahren. Für die Kinder ist und bleibt das Thema „Selbstwirksamkeit“ ein ganz wichtiges für die Gestaltung ihres eigenen Lebens. Selbst-Wirksamkeit unterstützt ihr Selbst-Vertrauen, ihr Vertrauen in sich und das Leben.

 

Leider sind jedoch immer mehr Kinder der Willkür anderer – meist lieblos erzogener Kinder - ausgesetzt. Mobbing hat zugenommen in den Schulen, aber auch am Arbeitsplatz. Und somit die Angst vieler Kinder überhaupt in die Schule zu gehen. Auch die Angst davor darüber zu reden. Manche Eltern beschuldigen ihr Kind noch und werfen ihm gar mangelndes Selbstvertrauen vor oder benennen ihre Söhne als Weicheier. Das treibt sie erst recht in die Einsamkeit und Hilflosigkeit. Schlimmstenfalls endet das im Suizid. Was ein Wahnsinn! Jeder kann Mobbing-Opfer werden.

 

Daher hier nun Tipps, wie wir dem als Eltern und auch Gesellschaft begegnen können, um das Risiko minimieren. Sie stammen von Carsten Stahl, Streetworker und Mobbing-Experte:

 

- Hören Sie den Kindern zu, seien Sie aufmerksam, achten Sie auf kleine Hinweise in den Gewohnheiten der Kinder. Kleinste Wesensveränderungen können auf Mobbing schließen, müssen aber nicht. Kinder entwickeln sich immer weiter und gerade in der Pubertät geschieht oft „merkwürdiges“.

 

- Was oft gut hilft, um einen Einstige in ein tieferes Gespräch zu bekommen und den Kindern die Scham zu nehmen, ist, den Kindern eigene Mobbing-Geschichten zu erzählen. Aus Schule oder Beruf. So fühlen sie sich verstandener, nicht alleine und stellen fest, dass es jeden treffen kann. Seien Sie ehrlich dabei.

 

- Wenn die Kinder etwas verletzt, sollten sie sich möglichst sofort und klar wehren. „Stopp, Nein, das möchte das nicht!“.

 

- Das Selbstvertrauen der Kinder sollte gestärkt werden, denn es liegt meist nicht wirklich an ihnen, dass sie gemobbt werden. Meist ist es Willkür. Jeder Mensch ist gleichwertig!

 

- Wenn Mobbing nicht aufhört, dann unbedingt Hilfe suchen! Tun wir nichts dagegen, nimmt das Mobbing zu. Eltern können sich an Lehrer, Schulleiter, Sozialpädagogen oder Organisationen wenden. Sagen Sie, dass Sie Hilfe brauchen. 

 

Abschließend für unsere Kinder noch ein paar schöne Zeilen von Pablo Casals, die wir mit Leben füllen dürfen:

 

Du bist ein Wunder!

 

Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und einzigartiger Augenblick im Universum -

 

ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird. Und was bringen wir unseren Kindern bei?

 

Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist und Paris die Hauptstadt von Frankreich.

 

Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?

 

Wir sollten jeden Kind sagen: Weißt du, was du bist?

 

Du bist ein Wunder! Du bist einzigartig!

 

In all den Jahren, die vergangen sind, hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.

 

Deine Beine, deine Arme, deine geschickten Finger, die Art wie du dich bewegst.

 

Aus dir kann ein Shakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.

 

Du kannst alles erreichen. Ja, du bist ein Wunder.

 

Und wenn du groß bist, kannst du dann zu anderen böse sein, die ebenso wie du ein Wunder sind?

 

Du musst daran arbeiten - wir alle müssen daran arbeiten -, die Welt für ihre Kinder lebenswert zu machen.